Hörschäden bei Kindern

Das frühe Erkennen einer Hörstörung und die richtige Behandlung
ist für die weitere Entwicklung des Kindes entscheidend.
Die sprachliche und geistige Entwicklung hängen wesentlich von
einem guten Gehör ab. Das Durchschnittsalter für die fachärztliche
Diagnose liegt bei etwa 3 Jahren. In diesem Alter ist die Entwicklung

der Hörbahnen jedoch bereits abgeschlossen.

 

Am 1. Januar 2009 wurde bundesweit das neonatale Hörscreening
bei Neugeborenen eingeführt und ist jetzt eine Pflichtleistung der
gesetzlichen Krankenkassen.
Ein wichtiger Schritt zur Früherkennung einer Hörstörung.

 

Aktive Kinder sind durch einen eintretenden Hörverlust besonders
eingeschränkt. Die Anforderungen an die Hörfähigkeiten eines Kindes sind
sehr unterschiedlich. Im Kindergarten oder in der Vorschule kann es nur mitspielen oder mitsingen,
wenn es ausreichend verstehen kann. In der Schule werden die Anforderungen noch höher. Es kann es in der Regelschule nur am Unterricht teilnehmen, wenn es gut versteht. Kinder haben das Recht, ein aktives, unbeschwertes Leben zu führen.

 

Hörgeräte, die sich in Form und Größe an das kindliche Ohr anpassen gibt es von vielen Herstellern. Cochlea Implantate ermöglichen Ihrem Kind das Hören wenn es ertaubt ist. Für eine genaue Indikation, konsultieren Sie immer zuerst Ihren HNO-Arzt.

 

Was versteht man unter Neugeborenen-Hörscreening?

Seit dem 01.01.2009 wird das Neugeborenen-Hörscreening deutschlandweit als Kassenleistung eingeführt. Dies ist vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) durch eine Änderung der „Kinderrichtlinien“ vom 19.06.2008 beschlossen worden. Die Untersuchung sollte bis zur U2-Früherkennungsuntersuchung stattgefunden haben.

 

 

Warum macht man ein Hörscreening?

Ein Hörscreening ist notwendig, um frühzeitig Hörstörungen zu erkennen und therapieren zu können. Von einer angeborenen, beidseitigen, therapiebedürftigen Hörstörung ist circa eins von 1000 Neugeborenen betroffen, mit der Folge von Schwierigkeiten in der sprachlichen, psychosozialen und intellektuellen Entwicklung insbesondere bei verzögerter Diagnosestellung und Therapiebeginn. Häufig wird die Schwerhörigkeit zu spät erkannt, meist erst im zweiten oder dritten Lebensjahr. Die Folge ist eine verzögerte und eingeschränkte Sprachentwicklung, die nur schwer zu behandeln ist. Dies kann man heute durch Frühförderung und moderne Hörgeräte-Technologie vermeiden. Ein Screeningprogramm zur Früherkennung von schweren Hörstörungen schafft die Voraussetzung für eine frühzeitige Diagnosestellung und Einleitung von Therapiemaßnahmen innerhalb der ersten sechs Monate.

 

Hört mein Kind?

Ein schwerhöriger Säugling verhält sich genauso wie ein hörender. Später haben Mütter oftmals das Gefühl, dass mit ihrem Kind "etwas nicht stimmt". Häufig wird ein reduziertes Hörvermögen erst spät (nach dem 2. Lebensjahr) festgestellt. Hier hätte schon längst mit einer Therapie begonnen werden müssen. Hochtonrasseln oder "lautes in die Hände klatschen" sind unzuverlässige Untersuchungsverfahren, welche zu falschen Ergebnissen führen können. Ebenso sind "Lall-Äußerungen" des Kindes kein Garant dafür, dass es gut hört. Früher konnte eine Hörstörung aufgrund des Mangels an einfachen und schnellen Diagnoseverfahren, in für das Kind entscheidenden Entwicklungsphasen, nur schwer erkannt werden. Die Einführung des Hörscreenings mittels transitorisch evozierten otoakustischen Emissionen (TEOAE) und Hirnstammaudiometrie (AABR) ermöglicht es uns, heutzutage Hörstörungen frühzeitig zu erkennen und zu therapieren.

 

Wann wird das Hörscreening durchgeführt?

Das Hörscreening sollte idealerweise um den dritten bis fünften Lebenstag oder aber vor Entlassung aus der Geburts- beziehungsweise Kinderklinik erfolgen. Ist der Befund des Hörscreenings kontrollbedürftig, sollte er noch in der Geburts- beziehungsweise Kinderklinik mit einer AABR kontrolliert werden. Ist dies nicht möglich, so sollte die Kontrolluntersuchung ausnahmsweise spätestens bis zur U3 beim Kinder- oder HNO-Arzt erfolgen.

Ein kontrollbedürftiger Befund heißt nicht, dass das Kind nicht hört sondern nur, dass dieser Befund zeitnah kontrolliert werden sollte.

Bei einem auffälligen Befund im Zuge der Kontroll-AABR soll eine umfassende pädaudiologische Konfirmationsdiagnostik bis zur zwölften Lebenswoche erfolgen. Ziel des Hörscreenings ist es, mögliche Hörstörungen innerhalb der ersten drei Lebensmonate zu erkennen, um gegebenenfalls ganz frühzeitig Rehabilitationsmaßnahmen einleiten zu können.

 

Wo und wie wird das Hörscreening durchgeführt?

Generell soll das Hörscreening in den Geburts- und Kinderkliniken durchgeführt werden. In vielen Geburtskliniken in Deutschland erfolgt dies schon seit längerer Zeit. Als Untersuchungsverfahren im Rahmen des Screenings werden zwei verschiedene Verfahren eingesetzt: TEOAE und AABR. Diese Methoden haben beide den Vorteil, dass sie einfach und relativ rasch durchführbar, nicht invasiv und völlig schmerzlos sind. Die Untersuchungen werden vorzugsweise am schlafenden Säugling durch eine entsprechend geschulte Pflegefachkraft durchgeführt. Ein unauffälliges Ergebnis (Geräteanzeige = pass) spricht mit hoher Wahrscheinlichkeit gegen eine relevante, die Sprachentwicklung beeinträchtigende, Schwerhörigkeit. (Quelle:  http://www.lgl.bayern.de)

 

Aufklärung der Eltern
zum Neugeborenen-
screening

Angebote kommerzieller
Anbieter im Internet zum
"umfassenden" Krankheits-
screening von Neugebo-
renen mit genetischen oder
biochemischen Methoden
sind in den meisten Fällen
nicht seriös.
Bitte lassen Sie sich von
Ihrem Kinderarzt beraten!
:
Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Neugeborenenscreening (DGNS)


Anteil schwerhöriger Kinder nimmt zu

Nach Angaben der Techniker Krankenkasse (TK) hat sich in Niedersachsen die Anzahl der Babys, die ein Hörgerät verordnet bekommen haben, fast verdoppelt.

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Dr. Gisela Szagun

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- Warum?-

Dr. Andreas Vonier

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Trotz Hörschädigung
meistern Zwillinge
ihren Alltag

Artikel in "Die Allgäuerin"

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CI_Impulse 3/2012

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